Zusammenfassung

Am Schluss der Entscheidungshilfe Prostatakrebs erstellen das System für Sie eine Zusammenfassung auf Basis Ihrer Angaben. Sie können diese Zusammenfassung ausdrucken und zum Arztgespräch mitnehmen. Für Ihren Arzt wird diese Zusammenfassung sehr wertvoll sein, um Sie so individuell wie möglich zu beraten.

Die Zusammenfassung besteht aus 6 Abschnitten:

1 Personendaten
Da wir aus Datenschutzgründen Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum nicht erfassen, bleiben diese beiden Felder frei. Sie können beides vor Ihrem Arztbesuch handschriftlich ergänzen.

2 Diagnose

Hier finden Sie Ihre Angaben aus der Zugangskarte wieder. Aus diesen Werten kann die Einteilung in eine Gruppe mit niedrigem, mittlerem oder hohem Risiko erfolgen. Diese Risikogruppe beschreibt die geschätzte Häufigkeit für ein Wiederkehren der Erkrankung nach der Behandlung. Zusätzlich finden Sie hier eine Schätzung der Wahrscheinlichkeiten dafür, dass Krebszellen über die Grenzen der Prostata hinausgewachsen sind (Kapselüberschreitung) und dafür, dass Absiedlungen in den Lymphknoten bestehen (lymphogene Metastasierung).

3 Komorbidität (Begleiterkrankungen)

Hier finden Sie Angaben zur allgemeinen Gesundheit, die in die Schätzung einer statistischen Lebenserwartung eingehen. Der Prozentwert dieser durchschnittlichen 10-Jahres-Lebenserwartung hilft vor allem Ihrem Urologen als Anhaltspunkt und stellt keine Vorhersage Ihrer tatsächlichen Lebenszeit dar. In diese Schätzung fließen eine Beurteilung des Körpergewichts (BMI=Body-Mass-Index), der Raucherstatus, weitere Krebserkrankungen und drei mögliche schwere Begleiterkrankungen ein (Zuckerkrankheit=Diabetes mellitus, lange bestehende Lungenerkrankung, Herzschwäche=Herzinsuffizienz). Unter Verwendung dieser Angaben wird eine allgemeine statistische 10-Jahres-Lebenserwartung errechnet. Das 95%-Konfidenzintervall ist hierbei eine häufig in der Statistik verwendete Kenngröße, welche die Ungenauigkeit der Schätzung beschreibt.

4 Miktion und Sexualität („Wasserlassen“ und „Liebesleben“)

Beschwerden beim Wasserlassen können mit dem IPSS-Fragebogen erfasst werden (International Prostate Symptom Score). Ein möglicher ungewollter Urinverlust (Harninkontinenz) wird nach Häufigkeit und der Anzahl der verwendeten Vorlagen pro Tag erfasst. Eine mögliche Erektionsstörung („Impotenz“) lässt sich mit dem IIEF-Fragebogen erfassen (International Index of Erectile Function). Die Werte in Klammer (IPSS und IIEF) geben Ihren Wert im Vergleich zu dem höchsten möglichen Wert an. Der erreichte Wert wird auch in eine Kurzauswertung übersetzt. Um das „Liebesleben“ zu beschreiben werden auch das sexuelle Interesse, die Anzahl der Geschlechtsverkehr (GV)-Versuche in den letzten 4 Wochen und die Verwendung von Hilfsmitteln dokumentiert. Diese Angaben unterstützen Ihren Arzt im Beratungsgespräch dabei, mit Ihnen gemeinsam die für Sie am wenigsten belastende Behandlungsmöglichkeit auszuwählen.

5 Seelische Belastung

Krebserkrankungen stellen immer eine starke Belastungssituation dar und beeinflussen die seelische Gesundheit. Aufgrund Ihrer Angaben erhält Ihr Arzt hier Hinweise darauf, ob Sie wegen zu hoher seelischer Belastung, Niedergeschlagenheit oder Ängstlichkeit zusätzliche Unterstützung benötigen könnten. Auch hier ist in Klammern Ihr Wert im Vergleich zu dem höchsten möglichen Wert angegeben.

6 Patientenpräferenz (persönliche Einschätzungen)

In diesem Abschnitt findet Ihr Urologe alle Behandlungsmöglichkeiten, die aus Ihrer Sicht grundsätzlich in Betracht kommen oder zu denen Sie im Arztgespräch weitere Beratung wünschen. Außerdem ist aufgeführt, welchen Anteil Sie an dem Weg zu Ihrer Behandlungsentscheidung haben möchten. Das heißt ob Sie die Entscheidung selbst treffen möchten, sich ganz auf Ihren Arzt verlassen, oder gemeinsam zu einer Entscheidung kommen möchten. Abschließend finden Sie Ihre Einschätzungen dazu, welche Punkte Ihnen hierbei wichtig sind.

Abb.: Zusammenfassung für Ihr Arztgespräch