Zusammenfassung

Die Zusammenfassung erfüllt mehrere Aufgaben:
• Sie liefert wichtige Zusatzinformationen für das Gespräch mit Ihrem Patienten.
• Sie kann zur Dokumentation genutzt werden.
• Sie weist einen sehr hohen Standard der Patientenaufklärung nach.

Die Zusammenfassung für Ihr Beratungsgespräch enthält folgende Informationen:

1 Personendaten

Da der Datenschutz die Trennung der Personendaten erfordert, bleiben der Name und das Geburtsdatum frei. Sie sollten bitte bei Bedarf ergänzt werden.

2 Diagnose

Hier finden Sie Ihre Angaben aus der Zugangskarte wieder. Neben der Risikogruppe werden hieraus das Risiko für eine Kapselüberschreitung [1] und das Risiko für eine lymphogene Metastasierung berechnet [2].

3 Komorbidität

Hier finden Sie Angaben, die in die Schätzung der individuellen Lebenserwartung eingehen. Neben dem Body-Mass-Index (BMI) sind das der aktuelle Raucherstatus, Zweitmalignome und drei definierte schwere Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Herzinsuffizienz). Das bedeutet, dass die Angabe zu Begleiterkrankungen nicht umfassend ist und sich nur auf diese drei Diagnosen beschränkt. Unter Verwendung dieser Daten lässt sich die statistische 10-Jahres-Lebenserwartung als Überlebenswahrscheinlichkeit schätzen [3]. Das 95%-Konfidenzintervall gibt den Erwartungsbereich an der zu 95% den wahren Wert einschließt.

4 Miktion und Sexualität

Obstruktive Miktionsbeschwerden erfasst der „International Prostate Symptom Score“ (IPSS) [4]. Bei allen aufgeführten Scores werden der Wert des Patienten, der maximale Wert und eine kurze Bewertung angegeben. Eine mögliche Harninkontinenz wird nach Häufigkeit des Urinverlustes und der Anzahl der verwendeten Vorlagen pro Tag erfasst. Die erektile Funktion wird mit dem „International Index of Erectile Function“ (IIEF) quantifiziert [5]. Zudem werden das sexuelle Interesse, die Anzahl der Geschlechtsverkehr (GV)-Versuche in den letzten 4 Wochen und die Verwendung von Hilfsmitteln dokumentiert.

5 Seelische Belastung

Das Distress-Thermometer [6] erlaubt auf einer Skala von 0 bis 10 die subjektive Einschätzung der Belastung, wobei höhere Werte eine stärkere Belastung ausdrücken. Als auffällig gelten Werte über 5. Als „seelische Gesundheit“ werden Depression und Angst zusammengefasst und mit dem „Patient  Health Questionnaire-4“ (PHQ-4) gemessen [7]. Die Bewertung weist auf auffällige Werte hin, die für eine Depression oder eine Angstproblematik sprechen können. Mit diesen Angaben liegt Ihnen ein sehr gutes psychoonkologisches Screening vor.

6 Patientenpräferenz

Zunächst finden Sie eine Aufzählung aller Therapieoptionen, die Ihr Patient für die weitere Beratung ausgewählt hat. Diese Optionen kommen aus der Sicht Ihres Patienten für ihn in Betracht oder er wünscht hierzu weitere Beratung. Welche Rolle sich Ihr Patient im Rahmen der Entscheidungsfindung wünscht, gibt die Degner-Skala an [8]. Ihr Patient wählt hier eine Formulierung auf einer 5-stufigen Skala, die das Spektrum von starker Patientenautonomie über eine geteilte Entscheidung bis hin zu starkem Paternalismus abbildet. Abschließend finden Sie die Bewertung verschiedener Aussagen mithilfe einer Skala von 0 (überhaupt nicht wichtig) bis 10 (extrem wichtig) [9].

Literatur

1 Steuber et al. (2006) J Urol 175: 939-44
2 Briganti et al. (2006) Eur Urol 49: 1019-27
3 Cruz et al. (2013) JAMA 309: 874-76
4 Barry et al. (1992) J Urol 148: 1549-57
5 Rosen et al. (1997) Urology 49: 822-30
6 Mehnert et al. (2006) Z Psychiatr Psych Ps 54: 213-23
7 Kroenke et al. (2009) Psychosomatics 50: 613-21
8 Degner et al. (1997) Can J Nurs Res 29: 21-43
9 Sepucha (2010) Decision quality worksheet: for treating prostate cancer. ©Massachusetts General Hospital

Abb.: Zusammenfassung